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Für meinen Bruder - Julia Engelmann
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Für meinen Bruder Julia Engelmann

Für meinen Bruder - Julia Engelmann
Ich wollte an was Schönes denken
und konnte nicht, die ganze Nacht.
Mir ist nur Schweres eingefallen,
so vieles, was mir Sorgen macht.
Hab lange nicht mehr losgelassen,
lange nicht mehr laut gedacht.
So wollt ich mich ergeben -
und dann hab ich an dich gedacht.

Am Rande einer Felsenklippe,
wo der bassgewellte Himmel
aus allen weitgereisten
perlmuttgrauen Federwolken fällt,
liegt, weich eingerahmt von Weizenflächen,
Wiesen, Bäumen, Bächen,
fast wie von van Gogh bestellt,
ein bernsteingelbes Roggenfeld.

Hier zirpen Grillen,
und Libellen chillen
auf Kamillenblütenwippen,
wirbeln unsere wilden Schritte
um die kornbestickte Mitte.

Schilf, Riffe, Wind, Schiffe
und des Meeres laute Stimme
singen mit der Küste
eine Hymne auf die Stille.
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